Langzeitbelichtung mit einem Graufilter

Von Langzeitbelichtung wird in der Fotografie ab einer Belichtungszeit von mehreren Sekunden gesprochen. Langzeitbelichtungen werden dazu eingesetzt, um entweder bei starken Licht gut fotografieren zu können oder aber auch um Bewegungsabläufe aufzuzeigen.

Der Graufilter verringert die Lichtmenge, die in die Kamera eintritt

Langzeitbelichtung – Eine neue Bildwirkung

Langzeitbelichtungen zeigen einen Ausschnitt der Zeit, der so nicht in unserer Wahrnehmung vorkommt. Im Kontrast zu herkömmlichen Fotos wird nicht ein kurzer Augenblick eingefroren, sondern ein längerer Prozess.

“Der Fotograf ist jemand, der aus dem Strom der Zeit Bilder fischt.”-Dürs Grünbein

Bewegungen werden verwischt, sie verfließen mit der Zeit.

Meine persönliche Lieblingsanwendung - Bewegung und vor allem Wasser lässt sich hier sehr schön in Szene setzen

Meine persönliche Lieblingsanwendung – Bewegung und vor allem Wasser lässt sich hier sehr schön in Szene setzen

Was sind die beliebtesten Anwendungsfälle?

Jeder kennt bestimmt die berühmten Fotografien von riesigen Wasserfällen, die wie eingefroren wirken. Sie kommen runter wie ein “Teppich”. Wasser einfrieren ist definitiv eines der coolsten Dinge die man so nur mit einer Langzeitbelichtung hinbekommt. Ein weiterer Anwendungsfall, den ich persönlich sehr schön finde ist das verwischen von Wolken hinter einem Motiv. (Dies habe ich mir vom dem Niederländischen Fotografen Joel Tjintjelaar abgeschaut, ein Video findet ihr hier)

Ein Kirchturm mit einer Belichtungszeit von 5 Minuten fotografiert

Ein Kirchturm mit einer Belichtungszeit von 5 Minuten fotografiert

Welche Ausrüstung und Graufilter benötigt man?

Standardtypen der Graufilter besitzen den Verlängerungsfaktor 2, 4 oder 8, auf den Fassung wird dazu die Bezeichnung “ND 2X”, “ND 4X” oder “ND 8X” vermerkt.

Dies heißt ganz konkret um wieviel länger das Motiv belichtet werden muss, um den gleichen Effekt zu erreichen wie ohne Graufilter zu erreichen.

Anfänger kann ich einen ND 2,0 Graufilter mit gutem Gewissen an das Herz legen. Diese bekommt man zu einem vernünftigen Preis um die 25€. So könnt Ihr auszuprobieren, ob einem Langzeitbelichtung gefällt. Natürlich sollte man auch sein Stativ nicht vergessen, außer Ihr wollt extreme Lichtmalerei betreiben.

Die Langzeitbelichtung eines Wasserfalls

Die Langzeitbelichtung eines Wasserfalls

So geht man vor:

Die folgende Tabelle stellt die üblichen Bezeichnungen von NDx (logarithmische Skala), der Angabe von ND…X (x-fache Verlängerung der Verschlusszeit, lineare Skala) und der Anzahl der Blendenstufen, um die sich die Lichtmenge verringert, dar. (Quelle: Wikipedia)

Neutraldichte
ND, NDx
Durchlässigkeit Verlängerungsfaktor
Verschlusszeit oder
Filter „ND…X“-fach
Anzahl Blendenstufen
(Rastungen der Blende)
0,0 100 % 1 0,0
0,3 50 % 2 1,0
0,45 35 % 3 1,5
0,6 25 % 4 2,0
0,9 12,6 % 8 3,0
1,0 10,0 % 10 3,3
1,2 6,3 % 16 4,0
2,0 1,0 % 100 6,6
3,0 0,1 % 1.000 10
4,0 0,01 % 10.000 13
5,0 0,001 % 100.000 17
6,0 0,0001 % 1.000.000 20
7,0 0,00001 % 10.000.000 23
8,0 0,000001 % 100.000.000 27

Wer auf trockene Zahlen keine Lust hat kann auch gerne per Trail-and-Error vorgehen, da es nicht immer einfach ist das Zusammenspiel von Objektiv, aktueller Lichteinstrahlung und Neutralendichtefilter genau zu verstehen.

Jetzt gilt es die Langzeitbelichtung praktisch durchzuführen. Schalten Sie die Kamera in den Langzeitbelichtungsmodus (Bulb) machen Sie Ihre Fotos.

Ein rotes Viereck

Ein rotes Viereck – während der Aufnahme habe ich am Zoom gedreht

Weiterführende Websites:

Eine weiterführende englischprachige Website zum Thema Langzeitbelichtung findet ihr hier.

Einen englischsprachigen Videoworkshop mit dem Fotografen Tony Sweet findet ihr hier.

Fotografien im Artikel von Fabian Bühler.

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